Driving Center Groß Dölln 2011
Prüf- und Einstellfahrten, 24. April 2011 in Groß Dölln
Die ER war nun fertig und ich brannte darauf sie zu testen. Ich wollte wissen ob alle Komponenten die verbaut wurden, funktionierten und wie sich der kleine Zweizylinder verpackt und einer Schale schwarz lackierten GFK`s anfühlt.
Der Termin zu Ostern, einen Tag auf dem Driving Center in Groß Dölln zu fahren, kam somit gerade recht.
Fix wurden Samstag alle Sachen zusammengesucht, im Auto verstaut und der Anhänger mit der kleinen Schwarzen beladen. Es gab kurzerhand nur noch ein kleines Problem, denn man durfte im Fahrerlager nicht zelten, nicht grillen und noch nicht einmal Sprit für das Motorrad mitführen. Hmh, schon irgendwie komisch, aber was solls.
Das Problem mit der Übernachtung löste Yussi. Ganz fix buchte in der Nähe eine super Unterkunft, die wir nur jedem Empfehlen können. Das http://www.resort-kormoran.de/ liegt mitten im Industriegebiet von Zedenick und tut sich dort wie eine kleine Oase auf. Einfach klasse.
Das zweite Problem mit dem Grillen wurde durch fünf Minuten Terrinen gelöst und die Sache mit dem Sprit sollte sich später von selber lösen.
Gut erholt und ausgeschlafen kamen wir Sonntagmorgen im Fahrerlager an. Fix das Zelt aufgebaut, die Erna aufgebockt und Reifenwärmer aufgezogen. Nun gings los … wohin mit den beiden Stecker der Reifenwärmer? Klar ganz einfach, beim Nachbarn einklinken. Doch nix da, da hingen schon 4 andere dran und beim Gegenüber auch. Es gab wirklich nur eine Hand voll Stromkästen und die reichten bei der Vielzahl von Fahren bei weitem nicht aus. Manche haben 100 m Kabel verlegt um den heiß herbeigesehnten Saft aus der Kabeltrommel zu bekommen.
Mir blieb nichts anderes übrig als zu warten, bis mein Nachbar aufbrach zu seinem Turn und ich mich dann schnell beim ihm einstöpselte.
So startete ich den ersten Turn mit fast kalten Reifen auf einer Strecke die ich nicht kannte und mit einem Motorrad von dem ich nicht wusste, ob es das machte was ich wollte.
Der Streckenposten grinste zynisch als er mich mit der Startnummer 542 auf die Strecke ließ. Lag es dem 2-Zylinder Sound, der sich unter einer ZX10R Verkleidung verbarg und er nicht wusste was er davon halten sollte, oder wollte er mir mitteilen, dass der Antizünd schon auf mich wartet?
Auf geht´s, Visier runter und rauf auf die Strecke.
Mein erster Eindruck: Das ist ja wie eine Achterbahn, Kurve an Kurve, hoch und runter, keine Gerade, denn die einzige, die es gibt, wurde wegen sich ablösenden Asphalts gesperrt.
Die Erna fühlte sich gut an und ich mich pudel wohl auf ihr.
Dann die zweite Runde. Links rum, rechts rum hoch und runter, das macht Spaß, das macht Freude. Doch auf einmal ging die Strecke rechts rum und ich war nicht darauf vorbereitet und vielleicht auch ein klein wenig zu schnell dafür.
Da dachte ich, nimmst eben kurz die Abkürzung neben der Strecke und huschst hinter der Kurve wieder drauf. Hat ja schon öfter mal woanders geklappt.
Doch was war das denn? Alles Sand - links und rechts neben der Strecke. Kein Gras, oder Kies. Feinster Sandkasten Sand, der das Herz vieler 3 -7 jährigen Kinder hätte höher schlagen lassen. Doch meins ganz und gar nicht. War es vielleicht das warum der Streckenposten am Anfang so fies gegrinst hat? Es half alles nix.
Ich musste da nun durch. Kupplung gezogen, den Lenker fest im Griff und hinein in die Kleinkinderspielkiste.
Es schien alles gut zu gehen und ich sah mich schon wieder auf der Strecke, als sich plötzlich das Vorderrad komplett eingrub und ich mit ca. 20 km/h sanft im gelben Sand auf der rechten Seite zum liegen kam.
Da mir nicht zum Spielen im Sand zu Mute war, war ich fix wieder auf den Beinen und auch die Erna stand bereits wieder, bevor überhaupt der erste Streckenposten im viel zu kleinen Leuchtleibchen hinter mir stand.
Er fragte mich: Geht es ihnen gut? Hä, wie bitte, das ist mir auch noch nicht passiert, das man mich auf der Rennstrecke siezte. Ich muss ja ganz schön alt ausgesehen haben, obwohl ich den Helm noch auf hatte. Vielleicht bin ich aber auch so elegant wie ein Rentner vom Moped in den Sand gefallen.
Ich also wieder drauf auf die Erna und den Startknopf gedrückt. Doch was war das, nichts passierte. Schlüssel umgedreht und nochmal das Ganze. Wieder kein Laut zu hören.
Da sah ich das Elend, kein Zündungsstrom und so konnte natürlich auch nichts gehen.
Das wars mit dem ersten Turn und ich wäre am liebsten im Sand versunken.
Ich musste noch bis zum Ende des Turns warten, bis endlich der Lumpensammler kam und mich zurück in Fahrerlager brachte.
Dort warte schon Yussi auf mich. Nachdem ich ihr erklärt hatte was passiert war, begannen wir sofort die ER vom Sand zu befreien und machten und auf die Fehlersuche.
Der ganze Bug der Verkleidung war voll mit Sand und die rechte Seite der Verkleidung hat nun ein paar kleine Schönheitsfehler.
Nach gründlicher Reinigung fing Yussi an den Kabelbaum zu zerlegen, denn irgendwo dort musste das Problem liegen. Eine Sicherung war defekt und nachdem eine aus dem Golf eingebaut wurde, brannte auch diese erneut durch. Es rauchte leicht aus dem Cockpit.
Wenn du solch ein Problem hast, dann setzt Yussi drauf an. Sie ist wie ein Spürhund und schnüffelt so lange bis sie etwas gefunden hat.
Also ging Yussi fix an Werk und nach einiger Zeit des Durchsuchens der Elektrik bellte sie, äh ich meine hatte sie den Fehler gefunden. Der linke Klemmstummel hat beim Umfallen in den Sand das Kabel der LED eingeklemmt und einen Kurzschluss verursacht.
Turn 2 und 3 fielen ins Wasser, doch zum 4-ten Turn war die ER wieder einsatzbereit.
Ich also rauf aufs Einsatzgerät und wieder Richtung Strecke zu dem fies grinsenden Streckposten von Turn 1.
Der Turn verlief ohne besondere Vorkommnisse und ich war hoch erfreut wie die ER zu Werke ging.
Beim nächsten Turn wollte ich nun wissen was in der Kleinen steckt. Also raus und ran ans Gas. Wow, feuerte die aus der Ecke, dachte ich mir und wohl auch der ein oder andere 1000-er Reiter.
Beim Einlenken in die engen Kurven kam die Handlichkeit voll zum Tragen und es machte richtig Spaß sie um den Kurs zu jagen.
Auf der Zeitenliste stand nach dem Turn eine 1.31 mit der ich sehr zufrieden war.
Der letzte Turn des Tages viel leider Aufgrund eines Unfalls komplett aus. Ich hoffe dem Fahrer geht es mittlerweile wieder besser und von hier aus die besten Genesungswünsche.
Als Fazit bleibt zu sagen: Die ER ließ sich super fahren, das Fahrwerk ist einfach klasse (danke dafür Bertram)
… wenn man nur 2 Turns fährt braucht man auch nicht aus Kanistern nachtanken, was ja laut Ausschreibung verboten ist.
