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Mini Twin Cup NBR 2011

Der letzte Lauf der Saison fand am 1. Oktober 2011 auf dem Nürburgring statt. Wir traten die Reise dorthin erstmals mit dem Vivaro an und kamen am frühen Freitagabend bei sommerlichen Temperaturen im Fahrerlager an.
Schnell waren die Sachen aus dem Auto geladen und die Formalitäten erledigt. Es konnte also zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen werden.
Mit der ganzen Minitwin Truppe saßen wir gemütlich am Grill bei Fleisch, Bier und Korea. Es wurde fleißig über die Strategien des nächsten Tages diskutiert, ging es doch für einige noch um Positionskämpfe.
Zwischen Holger und Christian ging es um den Platz 2. und 3.
Jochen und Uwe trennten auch nur 3 Punkte und zwischen mir und Heinz lag auch nur ein mickriges Pünktchen.
Es versprach also noch einmal ein heißer Kampf um die Endwertung zu werden.

Der nächste Morgen brach an und die Sonne brannte auf die Eifel nieder als wolle sie uns für den verkorksten Sommer entschädigen. Sie trieb das Thermometer auf unglaubliche 30° Grad in der Mittagszeit.
Alle waren gerüstet und bereit in die erste Dauerprüfung zu starten. Doch es erklang kein Motorengeräusch und die Strecke blieb leer. Keine Lautsprechdurchsage, die zur Dauerprüfung der einzelnen Klassen aufrief.

Was war los?
Irgendwie sahen wir alle ziemlich ratlos aus, konnten wir uns nicht erklären, warum es nicht los ging.

Es stellte sich heraus, das schlicht und einfach vergessen wurde einen Krankenwagen und einen Notarzt zu bestellen. Unglaublich, aber es war so!
Da in Köln und Bonn zudem auch noch Großveranstaltungen stattfanden, war es nicht möglich innerhalb von kurzer Zeit beides zum Ring zu bekommen.

Der Zeitplan verschob sich um sage und schreibe 2 Stunden und die erste Dauerprüfung fiel komplett aus.

Lange Gesichter bei den Teilnehmern, waren wir doch mit Adrenalin voll bis in die Haarspitzen.

Um 13 Uhr war es dann endlich soweit. Unsere erste Dauerprüfung begann.

Irgendwie war es aber total komisch, kaum aus der Boxengasse draußen, zogen alle am Kabel als müssen sie die ausgefallene Prüfung wieder rein fahren.
Kein langsames Angehen in den erstes Runden, nein es ging gleich voll zur Sache.
Ich beschloss jedenfalls es erst einmal etwas ruhiger anzugehen und einen Rhythmus zu finden.

Leider wurde daraus nichts, gab es doch schon in der dritten Runde einen schweren Unfall von Jochen, weshalb das Feld unter gelb an der Stelle unter Anweisung der Marshalls langsam vorbei geleitet wurde.
Es ist beschissenes Gefühl, Runde für Runde an einem Mitstreiter vorbei zufahren, der am Streckenrand liegt und behandelt wird. Bei jeder Durchfahrt fragst du dich wie schlimm es wohl ist.
Jochen hat sich leider bei seinem Sturz so schwer verletzt, dass er in ein Krankhaus gebracht werden musste.

Für mich war die Dauerprüfung auch ein paar Runden später vorbei, fing mein Auspuff doch schon wieder an sich auf zu lösen. Alle Schimpfwörter und alles Gefluche unter dem Helm half nichts.

Ich musste raus, obwohl ich noch nicht genug Runden abgespult hatte und ich damit nicht in die Wertung kam. Man so ein Sch...

In brütender Hitze fing ich unter einem Sonnenschirm an den Topf zu wechseln. Konnte ich doch den Auspuff von Yussi nehmen, die mit üblen Kopf- und Magenschmerzen flach lag und überhaupt nicht starten konnte.

Der Samstag schien sich irgendwie zu einem richtigen schwarzen Renntag zu entwickeln. Es sollte aber noch schlimmer kommen.

Waren doch wieder keine Motorengeräusche zu hören und das schon über einen längeren Zeitraum.

Wieder keine Infos, doch irgendwann sickerte im Fahrerlager durch, dass es einen weiteren schweren Unfall gegeben hat. Dieser war so schwer, dass die Ärzte um das Leben des Fahrens kämpfen.
Im mir schwand völlig die Lust heute überhaupt noch einmal aufs Motorrad zu steigen. Die Anderen empfanden ähnlich und so beschlossen wir, sollte unser Rennen überhaupt gestartet werden, nach einer Runde alle wieder zurück in die Box zu fahren.
Machen wir die ganze Rennerei doch, um Spaß zu haben, doch der ist halt komplett weg wenn Ärzte nebenan um das Leben eines Menschen kämpfen.

Die Veranstalter machten das einzig richtige und riefen alle zur Fahrerbesprechung zusammen. Auf dieser gaben sie den Abbruch der Veranstaltung bekannt, was für uns Minitwinler die einzig richtige Entscheidung war.
Es war das erste Mal überhaupt, dass eine Seriensport Veranstaltung abgebrochen wurde, aber es war halt völlig richtig.

Mit nachdenklichen Gesichtern gingen wir zu unserem Platz im Fahrerlager und begannen mit dem Abbau.

Die geplante Feier zum Saisonabschluss stand unter keinem guten Stern, wollten wir es nach der ersten Saison Minitwin so richtig krachen lassen. Doch das Geschehene war halt drin im Hinterkopf und so fiel die Party ein wenig ruhiger aus.

Die Band "Die gestiefelten Zwerge" spielte, zeigte zu rockigen Sounds eine Hammer Bühnenshow und glänzte mit schrägen Outfits.
Ein prall gefüllter Hähnchenwagen statt vor der Box und wartete nur darauf leer gefuttert zu werden.
60 Liter gut gekühltes Porter war eigens dafür da, dem Körper die verlorene Flüssigkeit des Tages zurück zu geben.
Eine prall gefüllte Tombola hielt wertvolle Preise für alle bereit und übergebene Pokale fanden stolze Besitzer.

An dieser Stelle ein riesengroßes Dankschön an das Orga-Team für die wirklich super organisierte Party und alle beteiligten Minitwin Racer für die unglaublich geile Saison.

Ich freue mich schon jetzt Euch 2012 herzubrennen.